Dieser Leitsatz prägt das unternehmerische Handeln der Joseph-Stiftung – konkret, verantwortungsvoll und immer am Menschen orientiert. Wie werden wir unserem sozialen Auftrag gerecht?

Soziales Engagement ist integraler Bestandteil unserer Arbeit und Ausdruck unseres christlichen Selbstverständnisses. Wir begegnen allen Menschen mit Respekt und Offenheit – unabhängig von Herkunft, Lebensumständen oder Einschränkungen. Besonders dort, wo Menschen benachteiligt oder ausgegrenzt werden, leisten wir konkrete Unterstützung: durch persönliche Begleitung, finanzielle Hilfen und bedarfsgerechte Angebote in unseren Quartieren. Damit fördern wir Teilhabe und stärken den sozialen Zusammenhalt.

Die Bereitstellung von bezahlbarem, bedarfsgerechtem Wohnraum – zur Miete oder im Eigentum – ist unser zentraler Stiftungszweck. Unser Angebot richtet sich an Menschen in allen Lebensphasen: junge Menschen, Familien, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit besonderen Bedürfnissen – vor allem in der Erzdiözese Bamberg. Unser Anspruch: Wohnraum schaffen, der nicht nur ein Dach bietet, sondern ein Zuhause ermöglicht. So haben wir in 2023 eine Clusterwohnung in eine neue Mietwohnanlage integriert. Darin leben vier junge Menschen mit Beeinträchtigung möglichst eigenständig und selbstbestimmt. 2024 haben wir in unserem neuen Quartier in Buckenhof die zweite ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz im Bestand der Joseph-Stiftung eröffnet. Sie bietet Platz für 12 Personen und verfolgt ein auf Teilhabe und Beteiligung der Bewohner und deren Angehörigen basierendes Konzept mit optionalen Pflegeleistungen.

Die Bereitstellung von Sozialflächen ist ein zentraler Bestandteil unseres Engagements. Wir stellen diese Flächen unseren Mietern kostenfrei zur Verfügung, um damit gemeinschaftliche Aktivitäten zu fördern. Gleichzeitig stellen wir kostenfreie oder kostenreduzierte Flächen für Wohlfahrtsverbände, andere soziale Träger oder Kommunen zur Verfügung. Durch solche Angebote schaffen wir Räume für soziale Interaktion und tragen zur Stärkung von Nachbarschaften bei.

Hier sind wir aktiv: Bei den hier aufgezählten Objekten verzichtet die Joseph-Stiftung ganz oder teilweise auf die Kaltmiete und übernimmt Teile der Betriebskosten. Diese Mietunterstützungen bestehen teilweise schon mehrere Jahrzehnte. In der Summe handelt sich um eine Nutzfläche für soziale Zwecke von 2.059 Quadratmetern.

ProjektFlächeNutzungPartner
Bamberg: Wohnkomplex Seehofstraße1.212 m2Pfarrsaal, öffentliche Bücherei,  Jugendraüme, Multifunktionsräume für FamilienKath. Kirchenstiftung St. Kunigund
Bamberg:
Quartier Südwest
332 m2FreiRaum (Quartierstreff), SUN-Treff (Gebrauchtwarenladen)
Caritas Stadtteilbüro
Regionaler Caritasverband Bamberg-Forchheim e.V. 
Bamberg:
Haus Miteinander in Gaustadt
104 m2Gemeinschaftliche Nutzung für QuartiersprojekteVerwaltung durch die Joseph-Stiftung
Buckenhof:
Bürger-Cafe
87 m2Gemeinde nutzt Räumlichkeit als Bürger-Cafe und QuartierstreffGemeinde Buckenhof
Erlangen: Sozialstation58 m2SeniorenanlaufstelleStadt Erlangen
Fürth: Kleiderkammer206 m2Kleiderkammer und Laden für vergünstigte AlltagsartikelCaritasverband für die Stadt Fürth
Nürnberg: Quartierstreff60 m2Begegnungsstätte für verschiedene Aktivitäten und GruppenCaritas Sozialstation und Tagespflege Nürnberg-Nord e.V.

Eine besondere Form des Wohnens sind Studentenwohnheime. Hier kommen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Regionen und Kulturen zusammen. Deshalb sind hier gemeinschaftlich nutzbare Flächen von besonderer Bedeutung, um einander kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und in den Austausch zu treten. Die Joseph-Stiftung hat in Bamberg, Bayreuth und Erlangen insgesamt 1.526 Wohnheimplätze, wobei der Schwerpunkt mit fast 1.000 Plätzen in Erlangen liegt. Insgesamt handelt es sich um eine Wohnfläche von rund 27.267 Quadratmetern. Zudem verfügen die Wohnheime der Joseph-Stiftung über 11.047 Qudratmeter gemeinschaftlich nutzbare Fläche.

Es handelt es sich um Gemeinschaftsküchen, Fitness- und Sporträume, Musikzimmer, Cafés, Bars und Multifunktionsräume für Veranstaltungen.

Partizipativer Nachbarschaftsgarten in der Nürnberger Nordstadt

Zucchini, Tomaten und Kräuter erwartet man eher im Knoblauchsland als im Nürnberger Stadtteil Maxfeld. Doch die erste Anbausaison in der Friedenstraße endete mit einer erfolgreichen Ernte und zufriedenen Gärtnern. Im Nürnberger Norden hat sich seit dem Frühjahr 2024 zwischen zwei Wohnanlagen der Joseph-Stiftung ein Nachbarschaftsgarten etabliert. Auf rund 40 Quadratmetern Ackerfläche und in mehreren Hochbeeten bauen rund zwanzig Mieterinnen und Mieter gemeinsam Gemüse an und nutzen die Gelegenheit, um über nachbarschaftliche Themen zu sprechen.

„Inzwischen kenne ich einige der Nachbarn besser als zuvor, und es findet ein reger Austausch statt“, sagt Stefanie Henke, die 2023 mit über 60 Mietparteien in den Neubau der Joseph-Stiftung eingezogen ist. Auf einer Grünfläche zwischen dem Neubau und einer älteren Wohnanlage der Stiftung ist der Gemüsegarten entstanden.

Für den Aufbau des Gartens und die Vermittlung von Fachwissen hat sich die Joseph-Stiftung Unterstützung vom Berliner Unternehmen Ackerpause geholt. Es ist auf solche Projekte spezialisiert und begleitete den Prozess – vom Anlegen der Beete über das erste Säen bis hin zur Beratung, Pflege, Fruchtfolge, Ernte und Verarbeitung.

Ab 2025 wird der Garten ohne externe Unterstützung weitergeführt. Stefanie Henke ist optimistisch:

„Wir organisieren uns über eine WhatsApp-Gruppe, und das funktioniert gut – auch um gemeinsame Arbeitseinsätze zu koordinieren.“

Erste Herausforderungen, wie Sprachbarrieren, Unsicherheiten bei der Ernteverteilung oder Hasen, die sich am Feld bedienen, konnten erfolgreich gemeistert werden. Insgesamt ziehen die gärtnernden Bewohner und die Joseph-Stiftung eine positive Zwischenbilanz.

„Das gemeinsame Gärtnern fördert das Miteinander in der Nachbarschaft, das spüren wir bereits jetzt“

sagt Thomas Heuchling, Pressesprecher der Joseph-Stiftung. „So ein Projekt langfristig eigenverantwortlich zu gestalten, ist ein längerer Prozess, aber wir sind zuversichtlich, dass sich der Nachbarschaftsgarten etablieren wird.“

Das Projekt „Kirche am Lebensort („come together“) ist ein Pilotprojekt der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Erlangen in Zusammenarbeit mit der Joseph-Stiftung, das sich auf die Studentenwohnheime der Joseph-Stiftung in Erlangen konzentriert. Diese Wohnheime bieten rund 1.000 Wohnplätze. Sie sind für Studierende Orte, um Anschluss zu finden, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Besonders für internationale Studierende bieten die Wohnheime eine erste Integrationsmöglichkeit im neuen Land. In den Wohnheimen leben Studierende unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen unter einem Dach – Orte der interkulturellen Begegnung.

Das Projekt soll Wohnheime als Orte der Offenheit, Gastfreundschaft und Integration erfahrbar machen. Zudem soll das alltägliche Zusammenleben und die Gemeinschaft gefördert werden. Darüber hinaus soll der interkulturelle Austausch gefördert und interreligiöse Erfahrungsräume eröffnet werden. Das Projekt bietet auch Begleitung und Beratung in Lebenskrisen sowie in Glaubens- und Lebensfragen. Schließlich sollen Selbstverwaltungs- und Mitbestimmungsstrukturen geschaffen oder bereits vorhandene Strukturen unterstützt werden.

Die Joseph-Stiftung unterstützt das Projekt mit einem Personalkostenzuschuss in Höhe von 50% für die Stelle einer Sozialpädagogin im Projektzeitraum. Die anderen 50% übernimmt die KHG. Die Joseph-Stiftung stellt ein Büro, ein Beratungszimmer und Multifunktionsräume in den Wohnheimen Edith Stein, St. Elisabeth und St. Augustinus zur Verfügung. Die Angebote richten sich an alle Studierenden, vorzugsweise an Studierende der Wohnheime der Joseph-Stiftung.

Die Corona-Pandemie hatte im ersten Projektzeitraum massive Auswirkungen auf die Umsetzung. Ziele und Maßnahmen wurden angepasst. Im weiteren Verlauf wurden die Auswirkungen auf das soziale Miteinander während und nach Ende der Pandemie in die Konzeption mit einbezogen.   

Im Jahr 2024 fanden bei „come together“ verschiedene Veranstaltungen und Angebote statt. Das offene Büro ermöglicht bereits seit 2021 eine enge und niedrigschwellige Beratung und Begleitung der Studierenden. Unterschiedlichste Themen wie persönliche Angelegenheiten, behördliche Angelegenheiten oder auch Mediationen bei Konfliktfällen zwischen den Studierenden standen hier im Vordergrund.

Aus einer bestehenden Wohnheim-Messenger-Gruppe hat sich mittlerweile eine „come together“- Community entwickelt. Hierüber werden Informationen und Veranstaltungen gestreut. Es gibt einen digitalen Marktplatz für Dinge und Gruppen, in denen sich die Studierenden selbst organisieren, wie beispielsweise eine Bouldergruppe, eine Musikgruppe oder auch eine Fußballgruppe.

Während der Vorlesungszeiträume fanden wöchentliche Abendveranstaltungen statt, die den Fokus auf die Gemeinschaft der Studierenden gelegt haben. 2024 haben beispielsweise folgende Veranstaltungen stattgefunden: Spieleabende, Karaoke, Kreativ- und Kochangebote, Planungsabende, outdoor games, Weihnachtsmarktbesuch, Pflanzaktionen und vieles mehr. Mittlerweile finden durch die Studierenden organisiert regelmäßige Bar- und auch Kinoabende statt.

In 2024 haben sich die „come together“- Wohnheime auch an der „Dir helf‘ ich“-Aktion der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) beteiligt. Es handelt sich dabei um eine große studentische Sozialaktion, bei der im Laufe eines Wochenendes verschiedenste Sozialprojekte in ganz Erlangen durch Studierende realisiert werden. Auch konnte im Sommer das erste Mal seit über 15 Jahren ein „Wohnheims-Sommerfest“ realisiert werden. Es wird wie der „Wintermarkt“ im Innenhof, der 2024 zum zweiten Mal stattgefunden hat, in das Programm der Wohnheime aufgenommen.

Zusätzlich zu den verschiedenen Veranstaltungen und Angeboten konnten einige Renovierungsprojekte und kleinere Umbauarbeiten vor allem in gemeinschaftlich genutzten Flächen realisiert werden. Das umfangreichste Projekt waren die Renovierungsarbeiten an einem multireligiösen Gebetsraum zu einem „Raum der Stille“. Zusammen mit den Studierenden wurde auch der Außenbereich vor dem Büro gestaltet.

Für das kommende Jahr soll das offene Büro, die Beratung und Begleitung bei „come together“ sowie die vielfältigen Veranstaltungen fortgesetzt werden. Darüber hinaus stehen noch kleinere Renovierungsaktionen auf dem Plan. Darüber hinaus sollen in 2025 partizipative Strukturen in den Wohnheimen eingeführt und etabliert werden.